Trägerverein des Autonomen Zentrum Hafermarkt bewirbt sich auf Pacht der Gebäude am Hafermarkt 

Kurz nach Weihnachten veröffentlichte die Stadt Flensburg eine amtliche Bekanntmachung, in welcher die Gebäude in der Heinrichstraße 6-8 zum Verkauf für einen symbolischen Euro ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung richtet sich an Vereine, die sich im Bereich alternativer Lebensformen und Kultur engagieren, und diese haben die Möglichkeit, die Gebäude mittels Erbbaurecht für die nächsten 50 Jahre zu erwerben. 

Heute gab der Verein „Kultur und Sozial Hafermarkt e.V.“ seine Teilnahme an dem Interessenbekundungsverfahren öffentlich bekannt. Dieser gemeinnützige Verein ist der Träger des Autonomen Zentrums Hafermarkt, das sich in den letzten Jahren zum Treffpunkt der linken Szene etabliert hat, und der Wohngemeinschaft „Flinta* WG“ im selben Gebäude. Hier wohnen ausschließlich Frauen, Lesben, Inter, Nicht-Binäre und A-Gender Menschen.

„Für uns ist das eine große Chance, das Projekt nachhaltig auf sichere und unabhängige Beine zu stellen! Wir wollen auch weiter verschiedensten Menschen einen Kulturraum zur Verfügung stellen, den sie selbstverwaltet nutzen können, und günstigen Wohnraum für besonders marginalisierte Menschen schaffen.“ – äußert sich der Vereinsvorstand zu der Bewerbung.

Schon innerhalb der letzten Jahre hat sich um das Autonome Zentrum Hafermarkt einiges getan – regelmäßig fanden kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte, Lesungen zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen und Partys in den Räumlichkeiten der Heinrichstraße 6-8 statt. 

„Das AZ Hafermarkt ist eine Bereicherung für die Kulturlandschaft in Flensburg! Besonders für junge und queere Menschen bietet das AZ Hafermarkt einen Freiraum, in dem wir uns ausprobieren, vernetzen und gemeinsam Veranstaltungen organisieren können.“, sagt Lila, die regelmäßig Lesungen zu feministischen Themen im Autonomen Zentrum Hafermarkt organisiert. Feminismus ist auch der Schwerpunkt des AZs – so versteht sich das AZ Hafermarkt als einen „queer-anarchafeministischen“ Ort, der „nach emanzipatorischen Ansprüchen gestaltet wird und der patriarchalen Gesellschaft etwas entgegensetzt“. 

Um all das auch langfristig durchführen zu können, bedarf es allerdings einer verlässlichen räumlichen Situation und die markanten Gebäude mit der roten Fassade müssen in Stand gehalten werden. Eine Bewohnerin der FLINTA* WG äußert sich zu potentiellen Sanierungsplänen optimistisch: „An den bummelig 100 Jahre alten Backsteingebäuden sind die vergangenen Jahre unter den witterungsbedingungen Flensburgs nicht spurlos vorbei gegangen und auch die nächsten 50 werden das nicht. Wir  sind uns dessen bewusst und wollen uns der Herausforderung stellen, die Sanierung anzugehen! Zudem begrüßen wir, dass die Stadt uns dabei unterstützen möchte.“ In der amtlichen Bekanntmachung schrieb die Stadt Flensburg, dass sie den neuen Eigentümer*innen bei der Erstellung eines Sanierungskonzeptes unterstützten möchte und eine Kostenkalkulation für die potentielle Sanierung erstellen will.

Bis zum 11.03.2024 wird die Stadt das Auswahlverfahren vorraussichtlich abgeschlossen haben und bekannt geben, welcher Verein die Bewerbung gewonnen hat und sich zukünftig Eigentümer*in der Gebäude am Hafermarkt nennen darf. 

Kontaktdaten:

Für weitere Rückfragen können Sie sich jederzeit unter folgender Mailadresse melden: az-hafermarkt@systemli.org.