Trotz eisiger Temperaturen schlossen sich am Samstag, den 24.01.26, bis zu 1.000 Menschen den Protesten gegen einen AfD-Stand in der Flensburger Innenstadt an. Dabei ist ihnen Widerstand von allen Seiten gelungen – mehrere Kundgebungen rund um den Nordermarkt beschallten den AfD-Stand stundenlang mit dem „Scheiß AfD“ – Song, laute Sprechchöre waren über den gesamten Nordermarkt zu hören und es gab mehrere (teilweise) erfolgreiche Störversuche von Anfaschist:innen.

Bereits im Vorfeld zeigten Anwohner:innen, was sie von dem AfD-Stand in Flensburg halten: aus Häusern rund um den Nordermarkt wehten Regenbogen-Fahnen sowie ein großes Banner mit der Aufschrift „Gute Nacht rechte Hetze“. Rund um den Neptunsbrunnen auf dem Nordermarkt wurde zudem mit Kreide Botschaften für die AfD und vorbeigehende Passant:innen hinterlassen und eine Regenbogen-Fahne schaffte es auf den Neptunsbrunnen. Trotz alldem baute die AfD unter Protest ihren Stand auf und es versammelten sich 15-20 AfDler:innen an dem Stand, um mit Passant:innen ins Gespräch zu kommen. Diese ließen allerdings auf sich warten: einen Großteil der Zeit blieb der Nordermarkt fast Menschenleer und die AfDler:innen standen unter massiven Polizeischutz alleine an ihrem Stand. Wenn dann doch mal Passant:innen an den Stand vorbeigingen, folgten oft Mittelfinger in Richtung der AfD. Auch die Mülltonne für AfD-Flyer war am Ende des Tages gut gefüllt.
Für den Versuch, die AfD in Flensburg zu etablieren, brachte nichtmal die herangekarrte Parteiprominenz etwas. An dem Stand vetreten waren zum Beispiel Kurt Klaus Kleinschmidt, Landesvorsitzender der AfD SH und MdB und Matti Teuchert (Beisitzer im Vorstand der Generation Deutschland SH), der in der Vergangenheit stolz mit Rechten, wie Martin Sellner, posierte. Organisiert wurde der Stand unter anderem von dem Flensburger Christian Born und Martin Neubauer, dem ehemaligen Kandidat der AfD für die Bundestagswahl 2025 und Vorsitzender des Kreisverbandes der AfD Schleswig-Flensburg.

Doch ungestört war die AfD zu keinem Zeitpunkt! Mehrere Kleingruppen versuchten, den von der Polizei und Versammlungsbehörde eingeführten, Sicherheitsabstand von 100m zwischen AfD-Stand und Gegenprotest zu durchbrechen. Einige Antifaschist:innen schafften es bis auf 40m an den AfD-Stand heran, während andere durch einen Innenhof in der Großen Straße direkt versuchten zum AfD-Stand zu gelangen. Diese wurden von der Polizei jedoch gewaltvoll zurückgedrängt, mehrere Antifaschist:innen erlitten leichte Verletzungen und nach einer ED-Behandlung erhielten sie alle einen Platzverweis. Abschließend gelang es schließlich einer Einzelperson mit Antifa Fahne direkt auf den Neptunsbrunnen zu klettern.





All diese Störversuche wurden durch hunderte Menschen auf mehreren Kundgebungen begleitet, die trotz Kälte stundenlang laut und kreativ gegen den AfD-Stand protestierten. Auf der größten Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sammelten sich zu Beginn ungefähr 800 Menschen von dem Omas gegen Rechts bis hin zu Menschen in aufblasbaren Tierkostümen. In Redebeiträgen wurde immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven verdeutlicht, warum die AfD eine Gefahr darstellt und in Flensburg keinen Platz hat.
Abschließend musste die AfD nach etwas über drei Stunden ihren Infostand abbauen und auch die Abreise wurde für sie nochmal ungemütlich: Kurzzeitig wurden sie von antifaschistischen Gegenprotest gestoppt und schließlich konnten die AfDler:innen nur von der Polizei eskortiert die Stadt verlassen.
Der Tag hat gezeigt, dass Flensburg antifaschistisch bleibt und dass es breiten Widerstand gibt, wenn die AfD sich nach Flensburg traut. Trotz Polizeigewalt, Einschüchterungsversuche durch die AfD und Kälte, standen Menschen zusammen und haben dem Solidarität und Wärme entgegengesetzt! Allerdings war dies erst der Auftakt: Die AfD hat angekündigt nun regelmäßig Infostände auch in Flensburg machen zu wollen. Lasst uns also auch in Zukunft weiter gegen die AfD in Flensburg (und überall anders) laut sein!

Danke an alle, die sich auf welche Art auch immer an den Gegenprotesten beteiligt haben.
Keine Ruhe der AfD!
